Über Parallelen

Vor wenigen Tagen gab es in den USA wieder einmal einen grausamen Amoklauf bei dem viele Kinder getötet wurden.
Möglich wurde diese Tat auch durch den Waffenbesitz der Mutter des Täters. Dieser hat sich die Waffen der Mutter angeeignet, darunter ein Schnellfeuergewehr wie es vom Militär benutzt wird.
Dieses Ereignis wird nun zum Anlass genommen endlich die “Heilige Kuh” der Amerikaner, das Recht zum Waffenbesitz und zur Selbstverteidigung mit Waffengewalt zu diskutieren.
Aus diesem Anlass habe ich mir Gedanken über ähnliche sinnlose aber von den Betroffenen für wichtig gehaltene Regelungen in anderen Ländern zu machen:
Zum einen ist das des deutschen “heiliges Blechle”, das Auto. Diesem wird in Deutschland ebenso wie dem Waffenbesitz in den USA oft immer noch ganz selbstverständlich höchste Priorität zugebilligt. Vergleichbar ist beispielsweise das nicht-Vorhandensein einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen, welche sowohl ökonomisch und ökologisch zumindest fragwürdig ist als auch höchst gefährlich. Darüber aber zu diskutieren stößt auf dieselben dumme Art der Argumentation wie sie die Tea Party in den USA bringt. Es wird damit argumentiert, das man schneller fahren könne, was aufgrund der nicht unendlich großen verfügbaren Fläche nicht den Tatsachen entspricht. Die höchste Fliessgeschwindigkeit des Verkehrs ergibt sich in Abhängigkeit von der Dichte des Verkehrs. Aktuell ist das wohl bei 130 km/h über Land und bei 90 auf Bundesstraßen zu sehen. Es scheint aber so, dass logisch über diese Dinge kaum diskutiert wird, sondern Gefühle und Traditionen unüberwindliche Hindernisse bei der Lösungsfindung darstellen.
Andererseits gibt es oft Gründe weshalb Traditionen entstanden sind. Ich denke dabei beispielsweise an die Aversion Deutschlands gegen den Einsatz von Soldaten im Ausland. Auch hier mag der Sonderweg eines Landes für Außenstehende befremdlich wirken. Nichtsdestotrotz halte ich es wie in der Natur für notwendig diese verschiedene n Eigenarten nicht gleichmachen zu wollen.
Für mich stellen eine Andersartigkeit zum Mainstream sogar ein Vorteil und eine Notwendigkeit dar. Wahrscheinlich werden die USA ihre Haltung zum Waffenbesitz nicht von heute auf morgen ändern. Aber ähnlich wie Deutschland erkennen musste, dass eine neutrale Haltung das Land auf Dauer von seinen Partnern isolieren würde und damit eine Einstellungsänderung notwendig wurde, wird die öffentliche Meinung in den USA hoffentlich ebenfalls eine Weiterentwicklung durchlaufen. Und vielleicht lernt sogar der deutsche Michel einmal vernünftig mit dem Verkehrsmittel Auto umzugehen.


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